Wo ist sie hin, diese Zeit?
Was waren das noch für Zeiten, als wir von morgens bis abends draußen herumgelaufen sind, mit Murmeln gespielt haben und als Mutprobe in eine Dornenhecke springen musste, statt den ganzen Tag am PC oder vor der Playstation zu sitzen, als die Eltern nicht gleich schreiend zum Arzt gelaufen sind, wenn man blutend nach Hause kam, sondern einem einfach nur ein Pflaster aufklebten und ein Bonbon zum Trost gaben, als die Nachbarn zusammen auf der Treppe vorm Haus gesessen haben und sich miteinander unterhalten haben, statt sich gegenseitig zu bekriegen, als wir nur 2 Fernsehprogramme zur Auswahl hatten und nicht laufend hin und her zappen mussten, als wir einmal in der Woche zum Baden in den Keller gingen, in einem Eisenbottich und das heiße Wasser noch nicht aus dem Kran kam, sondern erst erhitzt werden musste, wo man sich für einen Pfennig noch was kaufen konnte, wo man zu Weihnachten einfach nur ein paar Kleidungstücke geschenkt bekam oder ein Stück Schokolade, über die man sich riesig gefreut hat. Vielleicht geht es uns heute besser im Bezug auf Wohlstand, aber wir sind ein gutes Stück ärmer geworden, was die Menschlichkeit betrifft. …. Klausuren zu schreiben noch den Universitäten vorbehalten war und es im Gymnasium und anderen Schulen einfach nur hieß: “wir schreiben eine Klassenarbeit”. …. wir für schlechte Noten bei Klassenarbeiten mit Stubenarrest bestraft wurden anstatt dass unsere Eltern den Lehrern mit nem Rechtsanwalt drohten. …. wir Fußbälle, mit denen wir überall rumbolzten, kaputt gingen und wir selber Lederteile mit Nadel und Faden ersetzt haben weil das Taschengeld nicht für einen neuen Ball reichte. …. es noch keine Fußballarenen sondern Stadien gab, mit mehr Steh- als Sitzplätzen! In denen eine Superstimmung herrschte, sich die echten FANS stundenlang die Beine in den Bauch standen, weshalb die meisten von uns heute eher kleiner als 185 cm sind *grins*. …. wir noch keine MTB´s mit 27 Gängen brauchten sondern ein normales Fahrrad mit TORPEDO-3-Gang-Nabenschaltung ausreichte um die Berge hoch zukommen. …. Mutter mit dem Kochlöffel zum Abendessen pfiff – und wir trotzdem weiter spielten bis es dunkel war. …. “Übergewicht” und “Bewegungsarmut bei Kindern” noch Fremdworte waren. …. wir noch keine Navis hatten und dennoch immer unser Ziel fanden weil wir Straßenkarten lesen konnten, wussten wo Süden und Westen ist – und notfalls nach dem richtigen Weg gefragt haben. …. die V.I.P.´s nicht in die Fußballstadien gingen sondern von Margret Dünser interviewt wurden. …. als uns niemand sagen musste “Alles wird gut” weil das Meiste wirklich gut war……..