Spaziergang in den Weinbergen
Donnerstag, 3. September 2009
Nun wohne ich schon seit gut sechs Jahren hier in dem kleinen, beschaulichen Nest Wörrstadt und bekomme erst jetzt mit, wie unterhaltsam so ein Spaziergang bei Sonnenuntergang in den naheliegenden Weinbergen sein kann.
Natürlich richtete sich mein Augenmerk in aller erster Linie auf die wunderschönen Farben, die das Abendrot in den Himmel zeichnete, wie meine hier eingestellten Fotos ja unschwer erkennen lassen.
Aber das rege Treiben, so mitten in den Weinbergen, lässt einen dann schon mal ein bisschen von seinem eigentlichen Weg abschweifen.
Man trifft so viele verschiedene Menschen und jeder hat ein anderes Motiv dafür, abends nochmal einen Rundgang im Weinhügel zu drehen. Sei es um seinen Fiffi Gassie zu führen, seinem Körper durch Jogging etwas Gutes zu tun, um Augenblicke bildlich festzuhalten, oder einfach nur, um in ein paar ruhigen Minuten den Tag noch einmal an sich vorüber ziehen zu lassen.
Und dann gibt es wohl auch noch die ganz armen unter uns. Vielleicht schämen sie sich ja dafür, dass sie kein Zuhause haben, so sehr sogar, dass sie sich ganz tief in den Weinbergen mit ihrem Auto verstecken müssen.
Und um es dort auch nur ein klein bisschen wohnlich zu haben, benutzen sie Handtücher und Wolldecken, um einen Hauch von Wohnambiente zu bekommen, sprich Gardinen an den Scheiben zu haben.
Seltsam nur, dass das Auto so komisch wackelte und seltsame Geräusche aus dem Wagen inneren drangen.
Naja, vielleicht hatte die Person ja Schmerzen.
Egal, man soll ja nicht zu neugierig sein. So zog ich meine Runde, voller Gedanken und Eindrücken die ich gesammelt hatte und begab mich nach einiger Zeit wieder zurück in meine geliebten vier Wände.
Nur eines weiß ich genau, ich werde wohl von jetzt an öfters mal einen kleinen Abendspaziergang machen.