Kampfkater Smokie
Zuerst einmal eine kleine Erklärung zu unserem neuen Familienmitglied, Kampfkater Smokie.
Vor drei Jahren verstarb unser heiß geliebter Kater Toldie im stolzen Alter von 23 Jahren.
Und leider folgte ihm dieses Jahr im Frühsommer auch seine bis dahin treue Gefährtin Momo
im zarten Alter von 17 Jahren. Leider erkrankte unsere Lady an Kieferknochenkrebs, was bei einer Katze in ihrem Alter nicht mehr zu operieren war.
Sicher muss ich all den Tier und Katzenfreunden nicht sagen, wie weh es tut, einen so langjährigen und treuen Gefährten zu verlieren.Am schlimmsten aber traf es unseren Sohn Danito (9 J.), er wuchs mit den beiden auf und seit seinen ersten Schritten waren diese beiden stets seine ständigen Begleiter.
Die Trauer war groß und eines wurde mir sehr schnell klar, wenn Erwachsene versuchen die Zeit zu nutzen um die Trauer verarbeiten zu können, so ist es bei Kindern doch eher das Neue, Lebendige was ihnen das Abschied nehmen erleichtert.
Also fuhren wir nach Worms ins Tierheim, um einen neuen Mitbewohner und Seelentröster für Danito zu suchen.
Und genau hier fing es an. Mein Blick hing natürlich an den etwas größeren Katzen und Katern, da ich es gewohnt war, immer ordentlich knuddeln zu können, zumal unsere Katzen doch von stämmiger Statur waren, eben etwas zum zugreifen.
Doch was soll ich sagen, da saß ein kleines Häufchen Elend in einem Katzenkäfig. Zwei verschieden große Augen, Triefnase,vereiterte Augen vom Katzenschnupfen, eingeschlagenen Vorderzähnen und so manch anderen Verletzungen von den vielen Misshandlungen, die sich der kleine Kater im Laufe seines bisher kurzen Lebens (geschätzt auf ein gutes Jahr) so zugezogen hatte.
Sicher ahnen sie was passierte. Genau, unser Sohn verliebte sich auf Anhieb in dieses kleine Häufchen Elend, genannt Marco. (Wahrscheinlich versteht so mancher, dass wir den Kater umgetauft haben)
Zuerst wussten wir wirklich nicht so recht, was wir uns da mit nach Hause genommen hatten, denn irgendwie bestand zwar die gewisse Ähnlichkeit zu einer Katze aber mehr noch glich er einer Fledermaus, oder einem Chiwawa mit Fell.
Von diesem Zeitpunkt an war ich Dauergast bei unserer Tierärztin, da klein Smokie wie gesagt noch sehr viele Wunden hatte, die behandelt werden mussten.
Aber so klein und unscheinbar wie er auch wirkte, so groß waren doch sein Dickkopf und seine Verhaltensstörungen die er wohl aufgrund der vielen Misshandlungen davongetragen hatte.
Alles in allem entwickelte er sich die letzten Wochen bei uns aber sehr gut.
Nur eines ist sehr gewöhnungsbedürftig, man läuft selten mehr als fünf Schritte, ohne ihn entweder an der Wade oder wenn er den Absprung schafft, am Allerwertesten hängen hat.
Auch findet er es überhaupt nicht gut, wenn man ihn dann diesbezüglich, oder für eine andere seiner vielen Schandtaten schimpft und mit dem Finger zeigt.Dann wird erst mal Schrägstellung eingenommen , die Nackenhaare gestellt, der Schwanz aufgeblustert und zum Angriff übergegangen.
Vor allem findet er es voll genial, wenn Freunde von unseren Junior zu Besuch sind, die sich davon (im Gegensatz zu uns) noch erschrecken lassen und laut kreischen davonlaufen,denn dann beginnt für Smokie erst so richtig der Spaß und er zieht alle Register seiner etlichen Angriffsvarianten.
Heute waren wir mit dem Kater beim Impfen, was für keinen ein wirkliches Vergnügen war. Die erste Schwierigkeit besteht meist schon darin, den Kater in die Box zu bekommen, denn schließlich weiß er ja, Box = Tierarzt und Tierarzt = unangenehm.
Aber nach 15 Minuten hatten wir das dann auch geschafft.
Nächste Hürde, den Kater aus der Box auf den Behandlungstisch zu bekommen. Wobei diese Variante einfacher ist , als Kater in die Box.
Auch das im Nacken halten und stark die Stirn kraulen, als der Kater seine Impfung bekam war noch zu bewältigen, doch dann kam erst die wirkliche Herausforderung.
Kater in Rückenlage bekommen, die Pfoten halten und versuchen ihn ruhig zu bekommen, während die Tierärztin ihm Tropfen in die Nase träufelt. Wusste gar nicht, das vier Pfoten so viele Krallen besitzen. Denn irgendwie haben sich die Hinterbeine immer wieder befreit, um den berühmt berüchtigten Katzengriff anzuwenden.Zum Leidwesen meiner Hände und Unterarme.
Doch nun ist es auch geschafft und unser Kater darf sich bald mit all den anderen Katzen der Umgebung draußen vergnügen. Zumal sein Drang nach dem Garten schon sehr groß ist und er uns jedes mal mit großen traurigen Augen nach schaut, wenn wir hinter uns die Terrassentüre schließen und er wieder einmal drinnen bleiben muss.
So, genug erst einmal von Smokie. Natürlich gibt es auch hierzu wieder ein paar Bilder, so dass ihr euch selbst ein Bild machen könnt.
Ach ja, und wenn ihr Rechtschreibfehler findet…. dann dürft ihr diese behalten, bin schließlich ein großzügiger Mensch.